Aus der Physik der Wellen entsteht Musik und daraus schliesslich ein Kunstwerk: Der Let’s Science!-Workshop im Cartoonmuseum zum Thema Wellen kommt bei den Jugendlich gut an. Deshalb gab es jetzt eine neue Ausgabe.
Physik gehört ja nicht unbedingt zu den Schulfächern, die man mit Kunst oder Comics verbindet. Doch es gab und gibt einige Physikerinnen und Physiker, die sich auch der Kunst widmen wie zum Beispiel Richard Feynman oder Ágnes Mócsy. Feynman hat unter dem Pseudonym Ofey Bilder gemalt und verschiedene Schlaginstrumente gespielt. Mócsy beschäftigt sich unter anderem mit von der Physik inspirierten Kunst. Die beiden Disziplinen haben also mehr miteinander zu tun als man meint.
Wissenschaft und Kunst miteinander zu verbinden, darum geht es auch bei den von der IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung und dem Cartoonmuseum in Basel gemeinsam organisierten Let’s Science!-Events. Sie zielen darauf ab, den Jugendlichen die vielen Facetten der Wissenschaft näherzubringen, und zwar mit Comics und leicht verständlichen Informationen. Bei dieser Ausgabe ging es um das Thema Wellen, das von verschiedenen Seiten betrachtet wurde.

Wissenschaft als Kunst und Kunst als Wissenschaft
Malin Widén und Ali Latif-Shushtari leiteten die Workshops wieder gemeinsam. Sie hatten schon in der ersten Ausgabe des Workshops zum Thema Zeichnen von Musik zusammengearbeitet. Er hat nach seinem Studium der Physik im Iran das Fach und das Land gewechselt und sein Studium der Komposition an der Hochschule der Künste in Bern mit dem Master abgeschlossen. Heute arbeitet er als Komponist, Forscher und Dozent. Seine Musik ist auch von mathematischen Überlegungen inspiriert. Auch er ist also ein Physiker, der sich für die Kunst interessiert.
Die Zeichnerin, Kinderbuchautorin und Kunstvermittlerin Malin Widén wiederum betrachtet das Zeichnen auch als Wissenschaft. Sie hat in ihrer prämierten Masterarbeit das Zeichnen als Denkprozess wissenschaftlich untersucht, was in vielen Disziplinen neue Wege eröffnen kann. Damit wird das Zeichnen zur Forschungsmethode. Das passt perfekt zur Philosophie des Projekts Let’s Science!, das mit Comics und Workshops den Jugendlichen einen neuen Zugang zur Wissenschaft eröffnet.

Inspiriert von Muñoz: Fantastische Kunstwerke in Schwarz und Weiss
Ausgehend von der Ausstellung von José Muñoz erläuterten die beiden Fachleute zunächst die Verbindung zwischen Comics, Wellen und dem Zeichnen von Musik. Danach vertiefte Latif-Shushtari das Thema aus physikalischer Sicht und Widén erklärte den zeichnerischen Prozess.
Eine Klasse mit besonderen kognitiven Bedürfnissen hat ebenfalls teilgenommen. Malin Widén und Ali Latif-Shushtari haben dafür den Workshop angepasst. Die Jugendlichen waren erstaunt über die kuriosen Eigenschaften von Wellen, zeichnete danach zur Musik und verdichteten anschliessend die abstrakten Linien zu Figuren. So entstanden fantastische Kunstwerke in Schwarz-Weiss im Stil von Muñoz.
Lernen mit Comics
Zum Schluss des Events freuten sich die Klassen über die Goodie-Bags der IBSA Foundation. Passend zum Thema Wellen enthielten sie neben einer kleinen Anleitung zum Comic-Zeichnen auch das Buch «Die Wellen und wir» aus der Let’s Science!-Reihe. Diesmal gab es auch eine Ausgabe auf Englisch, «Waves and us» für eine Klasse mit Schwerpunkt Englische Sprache.
Diese Bücher verbinden ebenfalls Wissenschaft und Kunst, denn neben leicht verständlichen wissenschaftlichen Informationen enthalten sie auch einen zum Thema passenden Comic, dessen Geschichte von einer Schulklasse geschrieben wurde.